UN-Generalsekretär verurteilt eskalierende Verfolgung der Bahá’í im Iran

Berlin, 12. September 2025 – Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, hat in seinem jüngsten globalen Bericht über Intoleranz und Gewalt aufgrund von Religion oder Weltanschauung die Verfolgung der Bahá’í im Iran als eines der weltweit gravierendsten Menschenrechtsprobleme bezeichnet. Seine Einschätzung unterstreicht, dass die Verfolgung der Bahá’í eine seit langem bestehende und systematische Politik der religiösen Unterdrückung ist, die dringende internationale Aufmerksamkeit erfordert.

„Bahá’í in der Islamischen Republik Iran sind weiterhin willkürlichen Verhaftungen, Inhaftierungen und Einschränkungen des Zugangs zu Bildung und Lebensunterhalt ausgesetzt, allein aufgrund ihrer religiösen Überzeugungen“, heißt es in dem Bericht. „Die Behörden berufen sich regelmäßig auf vage Anschuldigungen wie ‚Verbreitung von Propaganda gegen das Regime‘, um friedliche Gemeinde-Aktivitäten zu kriminalisieren.“

Die Rechte der Bahá’í, einschließlich des Rechts, ihre Religion zu bekunden, werden weiterhin stark eingeschränkt.

„Dies ist eine weitere eindrucksvolle Bestätigung seitens der höchsten UN-Ebene, dass die Verfolgung der Bahá’í durch den Iran nicht nur andauert, sondern sogar noch zunimmt“, sagt Jascha Noltenius, Beauftragter für Menschenrechtsfragen der Bahá’í-Gemeinde in Deutschland. „Die Stimme des Generalsekretärs schließt sich nun der der UN-Untersuchungsmission zum Iran, aufeinanderfolgender Sonderberichterstatter, von Human Rights Watch, dem Menschenrechtsrat und vielen Regierungen und Organisationen auf der ganzen Welt an, die alle diese staatlich gelenkte Kampagne zur Auslöschung einer ganzen Gemeinschaft aus der iranischen Gesellschaft verurteilt haben.“

Die Erkenntnisse des Generalsekretärs verstärken die wachsende internationale Empörung über die Verfolgung der Bahá’í im Iran. Die UN-Untersuchungsmission berichtete beispielsweise über die unverhältnismäßige Verfolgung von Bahá’í-Frauen seit dem Aufstand von 2022, während der ehemalige Sonderberichterstatter für den Iran, Javaid Rehman, zu dem Schluss kam, dass die Verfolgung der Bahá’í mit „genozidaler Absicht“ durchgeführt wurde. Achtzehn UN-Experten gaben ebenfalls eine gemeinsame Erklärung ab, in der sie die Angriffe auf Bahá’í-Frauen verurteilten, und Human Rights Watch stellte fest, dass die Verfolgung einem „Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Form von Verfolgung“ gleichkommt. Die Boroumand Foundation dokumentierte in ihrem Bericht „Outsiders“ die „vielfältige Gewalt“ gegen Bahá’í im Iran, die von Inhaftierung und Enteignung bis hin zu sozialer Ausgrenzung reicht.

„Die Beweise sind erdrückend, und die Weltgemeinschaft spricht mit einer Stimme, um die Verfolgung der Bahá’í im Iran zu beenden“, so Noltenius. „Die Bahá’í im Iran sind Ziel staatlich geförderter Schikanen, Enteignung ihres Eigentums, Hassreden, willkürlicher Verhaftungen und ungerechtfertigter Inhaftierungen mit langen Haftstrafen. Der Iran muss den Aufrufen der internationalen Gemeinschaft unverzüglich Folge leisten und die schweren Verletzungen der grundlegenden Menschenrechte der Bahá’í im Land beenden.“

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