Bahá’í im Iran werden inmitten der nationalen Krise zu Sündenböcken gemacht und verleumdet

Berlin, 3. Februar 2026 – Die Bahá’í-Gemeinde warnt vor einer neuen Welle staatlicher Hetze gegen die Bahá’í im Iran. Während das iranische Volk landesweit Gerechtigkeit fordert und die Regierung mit Gewalt reagiert, greift das Regime erneut zu altbekannten Sündenbock-Strategien.

„Dies ist ein weiterer Versuch der iranischen Regierung, die Wahrheit zu verfälschen und ihrer eigenen Bevölkerung Unwahrheiten zu präsentieren“, sagt Jascha Noltenius, Beauftragter für Menschenrechtsfragen der Bahá’í-Gemeinde in Deutschland. „In jeder Phase nationaler Krisen haben die Behörden die Bahá’í konsequent und systematisch zum Sündenbock gemacht.“

Am 1. Februar strahlte das staatliche Fernsehen auf Kanal 2 erneut Sendungen mit falschen Anschuldigungen aus. Darin wurden offensichtlich erzwungene Geständnisse von Bahá’í gezeigt. Gleichzeitig berichten Menschenrechtsorganisationen von einer Zunahme von Verhaftungen und Inhaftierung von Bahá’í im ganzen Land.

„Die Bahá’í-Gemeinde gehört meist zu den ersten, die mit falschen Anschuldigungen überzogen und durch Desinformations- und Hasskampagnen ins Visier genommen werden“, so Noltenius weiter. Die Behörden hätten jedoch nie Beweise für ihre Behauptungen vorgelegt, weshalb kaum noch jemand dieser Hetze Glauben schenke.

Die Praxis erzwungener Geständnisse ist seit Jahren dokumentiert. Häftlinge werden unter Druck gesetzt, bedroht oder gefoltert, um falsche Aussagen zu machen. Die Ausstrahlung solcher Geständnisse im Staatsfernsehen markiert eine erhebliche Eskalation in der Kampagne der iranischen Regierung gegen die Bahá’í-Gemeinde.

Trotz jahrzehntelanger Verfolgung reagieren die Bahá’í im Iran nicht mit Gewalt. „Ihre Weigerung, ihren Glauben im Austausch für weltliche Vorteile zu verleugnen, zeigt ihre Verbundenheit mit ihren Grundsätzen und dem Wert der Wahrhaftigkeit“, betont Noltenius. Die Bahá’í wollen die ihnen zustehenden Menschenrechte nutzen, um zum Wohlergehen ihres Landes beizutragen.

Auch die Baha’i International Community äußerte sich bei der jüngsten Sondersitzung des UN-Menschenrechtsrats in Genf. Sprecherin Simin Fahandej erinnerte daran, dass heute weit mehr Menschen im Iran Ungerechtigkeiten ausgesetzt seien. „Alle Iraner im ganzen Land, unabhängig von ihrer Religion, ethnischen Zugehörigkeit und Herkunft, verdienen es, eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung ihres Landes zu spielen. Dies ist ein angeborenes Menschenrecht, das ihnen von keiner Regierung genommen werden kann“, sagte sie. Die Bahá’í leisteten trotz jahrzehntelanger Verfolgung soziales Engagement aus Liebe zu ihrem Land.

Die Bahá’í-Gemeinde fordert die internationale Gemeinschaft auf, die Schuldzuweisungen und die Verfolgung der Bahá’í unmissverständlich zu verurteilen und sich für Gerechtigkeit für alle Menschen im Iran einzusetzen.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte Herrn Jascha Noltenius, Beauftragter für Menschenrechtsfragen der Bahá’í-Gemeinde in Deutschland, bfa@bahai.de, +49 30 28 87 71 83.

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