Führende Persönlichkeiten, Kulturschaffende und Menschenrechtsaktivisten aus aller Welt fordern die Freilassung gefolterter Bahá’í-Häftlinge im Iran

Nobelpreisträger, Regierungsvertreter, Parlamentarier und Persönlichkeiten aus aller Welt schließen sich hinter Peyvand Naimi und Borna Naimi zusammen, während der weltweite Druck auf die iranische Regierung wächst, gefolterte Bahá’í-Häftlinge freizulassen

Berlin – 28. April 2026 – „Es tut weh, das mit anzusehen, und wir schauen weg, aber genau jetzt ist der richtige Moment, um aufmerksam zu werden.“ In einer eindringlichen gemeinsamen Videoerklärung, die einen weltweiten Chor der Unterstützung für die verfolgten Bahá’í im Iran anführt, haben die Hollywood-Schauspieler Mark Ruffalo, Penn Badgley und Rainn Wilson die Freilassung von Peyvand Naimi gefordert, einem jungen Bahá’í-Häftling im Iran, dessen Leben in äußerster Gefahr ist.

Peyvand, der am 8. Januar festgenommen wurde, und sein Cousin Borna Naimi, der am 1. März festgenommen wurde, waren Scheinhinrichtungen, Folter, Einzelhaft und anderen Misshandlungen ausgesetzt. Die Behörden der Islamischen Republik versuchen, sie zu zwingen, Verbrechen zu gestehen, die sie nicht begangen haben. Peyvand und Borna sind beide junge Sportler, der eine Schwimmer, der andere Karate-Profi. Sie wurden ihr ganzes Leben lang wegen ihres Glaubens verfolgt, von sportlichen Aktivitäten und Wettkämpfen ausgeschlossen, nur weil sie Bahá’í sind, und ihnen wurden Studium und Beschäftigung verwehrt – alles wegen ihres Glaubens. Und nun sind sie aus demselben Grund inhaftiert.

Das eindrucksvolle Video der Schauspieler ist der Höhepunkt wochenlanger unermüdlicher Unterstützung durch Parlamentarier, Regierungsvertreter, Aktivisten und Medienvertreter, seit die Internationale Bahá’í-Gemeinde (BIC) erstmals die „absurden“ Anschuldigungen der iranischen Regierung und die „grausame“ Folter von Peyvand und Borna Naimi in Haft aufgedeckt hatte.

Regierungsvertreter, internationale Medien und zivilgesellschaftliche Organisationen sind als Reaktion auf die Folter und Verfolgung von Peyvand und Borna aktiv geworden, um die Rechte der inhaftierten Bahá’í zu verteidigen. Über alle Kontinente hinweg hat sich eine breite und stetig wachsende Koalition von Stimmen für Peyvand und Borna gebildet. Amtsträger auf der ganzen Welt und zahlreiche internationale Gremien – darunter politische Führungskräfte von nationalen Parlamenten und dem Europäischen Parlament bis hin zu Kommunalpolitikern und Beauftragten für Religions- und Weltanschauungsfreiheit – forderten die sofortige und bedingungslose Freilassung der beiden jungen Männer und verurteilten die systematische Stigmatisierung der Bahá’í-Gemeinde im Iran während der anhaltenden Krise des Landes.

„Die außerordentliche weltweite Welle der Unterstützung für Peyvand und Borna sendet eine klare Botschaft an die iranische Regierung: Die internationale Gemeinschaft steht geschlossen hinter diesen beiden unschuldigen jungen Bahá’í, die kein Verbrechen begangen haben“, sagt Jascha Noltenius, Beauftragter für Menschenrechtsfragten der Bahá’í-Gemeinde in Deutschland. „Sie sind vielmehr Opfer langjähriger religiöser Verfolgung – nicht wegen ihrer Taten, sondern wegen ihrer Identität.“

Regierungen und Institutionen mobilisieren

Die Reaktion von Regierungen und internationalen Institutionen war ebenso weitreichend.

In ganz Europa und darüber hinaus haben Amtsträger in Deutschland, dem Vereinigten Königreich, Österreich, Portugal, Schweden, Luxemburg, Kanada, Australien, Indien und Tschechien Erklärungen, parlamentarische Interventionen und öffentliche Appelle veröffentlicht – was ein seltenes Maß an koordinierter internationaler Besorgnis widerspiegelt.

Die Sonderbeauftragte der Europäischen Union für Menschenrechte, Kajsa Ollongren, forderte unter direkter Bezugnahme auf den Fall Peyvand ein Ende der „unmenschlichen Praxis“ der Scheinhinrichtungen sowie Maßnahmen zur „Verhinderung von Hinrichtungen im Iran“.

Europäische Parlamentarier, darunter Daniel Attard, stellvertretender Vorsitzender der Delegation für die Beziehungen zum Iran, schilderten in einer Parlamentssitzung detailliert die Lage von Peyvand Naimi und erklärten, Peyvand sei „inhaftiert, gefoltert, Scheinhinrichtungen ausgesetzt und dazu gedrängt worden sei, Verbrechen zu gestehen, die er schlichtweg nicht begangen habe“. Hannah Neumann, Vorsitzende der Delegation für die Beziehungen zum Iran, fügte hinzu, sein Fall sei „symbolisch für Tausende von Misshandlungen, die sich derzeit in iranischen Gefängnissen im Schatten der Eskalation abspielen“.

Mehrere weitere Mitglieder des Europäischen Parlaments, darunter Engin Eroglu und Danuše Nerudová, gaben öffentliche Erklärungen ab, in denen sie die Behandlung von Peyvand Naimi verurteilten und darauf hinwiesen, dass die „Sündenbock-Rolle der Bahá’í-Gemeinde im Iran“ „inakzeptabel“ sei. Hildegard Bentele machte im Plenarsaal des Europäischen Parlaments direkt auf Peyvands Fall aufmerksam, während Michael Gahler und Isabel Wiseler-Lima auf X Beiträge veröffentlichten, in denen sie Peyvands Behandlung verurteilten; Nikos Papandreou und Evin Incir veröffentlichten Videoaufrufe, in denen sie davor warnten, dass Peyvand „seit Monaten in Einzelhaft gehalten wird“. Helmut Brandstätter teilte einen Artikel zu dem Fall und forderte ein Ende von „Folter, Scheinhinrichtungen und endlosen Verhören“. Neils Geuking veröffentlichte eine Videoerklärung zu Peyvands Fall und verstärkte damit die wachsende internationale Besorgnis. Özlem Alev Demirel machte ebenfalls auf die Angelegenheit aufmerksam, während Nela Riehl die „sofortige Freilassung von Peyvand und Borna Naimi, denen unmittelbar die Hinrichtung droht, sowie aller inhaftierten Bahá’í und aller Gewissensgefangenen“ forderte.

Der Beauftragte der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit, Thomas Rachel erklärte, er sei „schockiert über den Fall Peyvand Naimi“ und forderte dessen sofortige Freilassung. Vier weitere Mitglieder des Bundestages, Norbert AltenkampNorbert RöttgenLamya Kaddor und Bodo Ramelow, haben sich ebenfalls zu Wort gemeldet, wobei Ramelow „Folter und Scheinhinrichtungen“ sowie den Versuch der „Zerstörung der Bahá’í-Gemeinde im Iran“ verurteilte. Kaddor betonte, der Fall stünde “exemplarisch für die Brutalität eines Systems, das gegen die eigene Bevölkerung und auch gezielt gegen Minderheiten wie die Bahai vorgeht”. Röttgen erklärte hinsichtlich Peyvand: “Die ihm vorgeworfenen Taten soll er begangen haben, während er sich bereits in Haft befand”. Altenkamp erklärte hinsichtlich der Scheinhinrichtungen an Peyvand: “Das verurteile ich aufs Schärfste und fordere seine sofortige Freilassung!”

Wachsende Unterstützung durch Journalisten, Aktivisten und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens

Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Dr. Shirin Ebadi schlug Alarm wegen Peyvand und Borna und forderte die Freilassung aller Gewissens- und politischen Gefangenen im Land. Die bekannte iranische Aktivistin Masih Alinejad äußerte sich ebenso besorgt über politische Gefangene, darunter auch Bahá’í, wie der ehemalige französische Fußball-Weltmeister Lilian Thuram und zahlreiche weitere prominente Persönlichkeiten.

Führende Menschenrechtsorganisationen, darunter Human Rights WatchIran Human Rights, das Abdorrahman-Boroumand-Zentrum, das Iran Human Rights Documentation Centerdie Nachrichtenagentur HRANA,HÁWAR.help, die Iran Human Rights SocietyBeyond the WallProtest Iran Official und die Kampagne zur Befreiung politischer Gefangener im Iran, haben sich neben anderen prominenten Aktivisten und Stimmen den Forderungen nach der Freilassung von Peyvand und Borna angeschlossen.

Amnesty International veröffentlichte eine „Urgent Action“-Erklärung für Peyvand und Borna, in der es heißt, dass Beamte „sie Folter und anderen Misshandlungen wie Schlägen, Scheinhinrichtungen und Elektroschocks ausgesetzt haben, um ‚Geständnisse‘ zu erzwingen, und ihnen den Zugang zu Anwälten und medizinischer Versorgung verweigert haben“. Amnesty rief die Öffentlichkeit dazu auf, Briefe an den iranischen Justizchef Gholamhossein Mohseni Ejei zu schreiben, um die sofortige Freilassung von Peyvand und Borna zu fordern.

Ein Aufruf zum Handeln

Der gemeinsame Appell von Mark Ruffalo, Penn Badgley und Rainn Wilson hat die Fälle von Peyvand und Borna Naimi einem weltweiten Publikum bekannt gemacht, den Aufruf zur Freilassung von Peyvand und Borna Naimi über die Regierungsgebäude hinausgetragen und Menschen mit Gewissen in einer einzigen Forderung vereint: dass diese beiden Männer freigelassen werden.

„Der Iran versucht, seine Verbrechen im Verborgenen zu begehen. Hinter Gefängnismauern, in Zellen, damit sich die Gefangenen allein, verlassen und stimmlos fühlen“, erklärt Noltenius. „Doch die internationale Gemeinschaft hat sich für sie eingesetzt, ihre Stimme über die dunkelsten Abgründe erhoben, in denen sie gefangen gehalten und gefoltert werden, und gemeinsam die iranische Regierung aufgefordert, Peyvand und Borna unverzüglich freizulassen und ihre grausamen und barbarischen Verfolgungsmaßnahmen gegen unschuldige Menschen zu beenden.“

Hintergrundinformationen zu Peyvand

  • Peyvand Naimi wurde am 8. Januar unter der falschen Anschuldigung festgenommen, während der Proteste im Iran Unruhen angezettelt zu haben, und in ein Haftzentrum des Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) gebracht, eine Einrichtung, die für Folter und Misshandlung bekannt ist.
  • Unter Zwang erpressten die Behörden ein Geständnis, das am 1. Februar im staatlichen Fernsehen ausgestrahlt wurde. Anschließend wurde er in das Gefängnis von Kerman verlegt. Bis heute hat kein Prozess stattgefunden, es wurde kein Urteil gefällt und es wurden keine Beweise vorgelegt, die die gegen ihn erhobenen Vorwürfe rechtfertigen würden.
  • Am 28. Februar verschärften die Behörden ihre Vorwürfe mit haltlosen Behauptungen, Peyvand Naimi sei am Tod von drei Basij-Sicherheitskräften während der Proteste im Januar 2026 beteiligt gewesen – obwohl er zum Zeitpunkt des angeblichen Angriffs bereits in Haft war. Außerdem wurde ihm fälschlicherweise vorgeworfen, den Tod des ehemaligen Obersten Führers des Iran gefeiert zu haben, ein Ereignis, von dem er als Gefangener ohne Zugang zu Kommunikationsmitteln keine Kenntnis hatte.
  • Ab Mitte März musste Peyvand Naimi zehn Tage lang ständige Folter, Verhöre sowie den Entzug von Nahrung und Wasser erdulden. Seine Hände und Füße waren 48 Stunden lang gefesselt, er wurde an eine Wand gebunden, wiederholt geschlagen, psychisch misshandelt und gezwungen, zwei Scheinhinrichtungen zu erdulden – alles in dem Bestreben, ein falsches Geständnis zu erzwingen.
  • Borna Naimi, Peyvands Cousin, wurde am 1. März an seinem Arbeitsplatz von sechs maskierten Beamten des Geheimdienstes der IRGC festgenommen. Er wurde mit Handschellen gefesselt und in ein IRGC-Gefangenenlager gebracht – doch seine Familie erhielt drei Tage lang keine Nachricht über seinen Verbleib oder sein Befinden. Dann begannen kurze Telefonate, die jedoch nach dem 8. März für eine weitere Woche unterbrochen wurden. Borna ist ein erfolgreicher Karate-Sportler mit Goldmedaillen bei nationalen und internationalen Wettkämpfen.
  • Nach seiner Festnahme wurde Borna vorgeworfen, Peyvand begleitet und an den mutmaßlichen Morden an Basij-Offizieren beteiligt gewesen zu sein. Die Anschuldigungen sind absurd und falsch. Peyvands Festnahme am 8. Januar erfolgte vor dem mutmaßlichen Vorfall, und Borna befand sich zum Zeitpunkt der angeblichen Verbrechen zu Hause. Borna wurde mindestens zwei Scheinhinrichtungen, Elektroschocks, die schwere Verbrennungen an seinen Füßen und Beinen verursachten, sowie anderen Formen der Folter ausgesetzt. Auch gegen ihn hat bisher kein Gerichtsverfahren stattgefunden.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte Herrn Jascha Noltenius, Beauftragter für Menschenrechtsfragen der Bahá’í-Gemeinde in Deutschland unter bfa@bahai.de.

Hier finden Sie eine englischsprachige Pressemitteilung.

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